Borreliose Impfung bei Hunden

Vielfach wird die Frage gestellt, ob man seinen Hund 'gegen Zecken' impfen lassen soll. Es gibt jedoch keine Impfung 'gegen Zecken', sondern allenfalls gegen einige der von Zecken übertragenen Krankheiten.

Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus)Die bei uns bekanntesten sind die durch Bakterien hervorgerufene Lyme-Borreliose und die virusinduzierte FSME (Frühsommermeningoencephalitis), eine Form der Hirnhautentzündung.

Ob eine FSME-Impfung bei Hunden in Deutschland überhaupt sinnvoll ist, erscheint wegen der Seltenheit der Krankheit zweifelhaft. Anders steht es mit der Lyme-Borreliose, gegen die es in Mitteleuropa einen Impfstoff gibt - hier jedoch nur für Hunde, nicht aber für den Menschen. Die Lyme-Borreliose entwickelt sich bei Mensch und Tier meist schleichend: Am Beginn steht häufig die 'Wanderröte' (Eryhema chronicum migrans, eine sich um die Bissstelle vergrößernde Rötung der Haut, die allerdings beim Hund nur in Ausnahmefällen zu sehen ist. Von hier aus kann sich der Erreger ausbreiten, wobei es zu Gelenkbeschwerden, Schmerzen in Muskulatur, Sehnen und Knochen kommen kann. Spätere Stadien sind durch neurologische Störungen wie Hirn- und Hirnhautentzündung, Lähmungen sowie dem Befall innerer Organe (insbesondere Herz) gekennzeichnet.

Bei Tier und Mensch dominieren im Spätstadium oft die Gelenkbeschwerden, wobei die Bakterien dann meist in der Gelenkflüssigkeit nachgewiesen werden können.

In Deutschland sind etwa 20 bis 30% aller Zecken der Art 'Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus) Träger von Borrelien, mit starken regionalen Schwankungen zwischen 5 und 90%.

Die Behandlung der Borreliose durch Antibiotika über 2 bis 4 Wochen führt in aller Regel zum Verschwinden der Symptome.

Obwohl Borrelien (im Gegensatz zu vielen anderen Bakterien) keine Resistenz gegen Antibiotika entwickeln können, gelingt es allerdings nicht immer, sie mit dieser Behandlung restlos aus ihrer Nische zu vertreiben. Bei einer Schwächung des Immunsystems, verursacht z.B. durch andere Erkankungen oder hohes Alter, kann es zu einer Reaktivierung der im Versteck lebenden Keime kommen. In solchen Fällen werden wiederholte Behandlungen empfohlen.

Eine vorbeugende Schutzimpfung gegen die Lyme-Borreliose ist derzeit nicht für den Menschen, jedoch für den Hund erhältlich.

Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen die Infektion mit Borrelien ist die konsequente Zeckenbekämpfung am Tier.


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